Die Ankündigung einer Änderung der Sprache, die zur Bezeichnung von Patienten im NHS Sussex verwendet wird, hat viel Aufmerksamkeit erregt. Diese Änderung erfolgt im Zuge der Bemühungen, den Zugang zu psychischen Gesundheitsdiensten zu erhöhen und das Stigma bei den Betroffenen zu verringern, indem der Begriff ‚Patient‘ durch andere Begriffe wie ‚Dienstleister‘, ‚erfahrener Fachmann‘ und ‚Person mit psychischer Erkrankung‘ ersetzt wird.
Details zur Änderung der Begriffe
Der National Health Service (NHS) in England hat kürzlich eine Richtlinie veröffentlicht, die einen neuen Konsens in der Sprache der psychischen Gesundheit anstrebt, in der vorgeschlagen wird, dass Personen anstelle von ‚Patient‘ mit neuen Begriffen bezeichnet werden. Diese Änderungen werden als Versuch angesehen, einen greifbareren und personenzentrierten Ansatz bei der Bereitstellung von Gesundheitsdiensten zu schaffen.
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Dennoch sind diese Änderungen auf breite Kritik in den sozialen Medien gestoßen. Viele Nutzer haben diese Änderungen als ‚dumm‘ und ‚vage‘ bezeichnet und befürchten, dass die neuen Begriffe zu noch mehr Verwirrung für Menschen führen könnten, die nach Gesundheitsdiensten suchen.
Kritik von Experten an den sprachlichen Änderungen
Dr. Lucy Hooper, Allgemeinärztin und Mitgründerin von Coyne Medical, und Dr. Ali Ras, registrierter Psychotherapeut bei UKCP, sind beide der Meinung, dass eine Änderung der Sprache die tatsächlichen Erwartungen und Bedürfnisse der Patienten nicht erfüllen kann. Dr. Hooper sagt: ‚Ich denke nicht, dass der Begriff ‚Patient‘ ein schreckliches Wort ist. Wir alle werden irgendwann in unserem Leben Patienten sein.‘ Sie betont, dass der Begriff ‚Patient‘ seine Wurzeln im Lateinischen ‚pati‘ hat, was ‚leiden‘ oder ‚ertragen‘ bedeutet. Es ist wichtig zu erinnern, dass, wenn jemand zu uns kommt, er besorgt, ängstlich oder krank sein könnte und die bestmögliche Pflege von uns verlangt.
Dr. Ras hat ebenfalls Kritik an diesen Änderungen geübt und sagt: ‚Diese Änderungen führen nur zu Verwirrung. Menschen mit psychischen Störungen befinden sich bereits in einer Krisensituation und benötigen eine einfache und klare Sprache, um Hilfe zu erhalten.‘
Potenzielle Folgen der Sprachänderung
Experten befürchten, dass diese sprachlichen Änderungen zu unnötiger Verwirrung führen könnten. Dr. Ras weist darauf hin: ‚Wenn alle Personen mit einem allgemeinen Begriff für psychische Gesundheit bezeichnet werden, könnten wir die feinen Unterschiede zwischen verschiedenen Bedingungen wie postpartale Depression oder komplexe PTSD nicht erkennen.‘
Als Antwort auf die Kritik hat NHS Sussex erklärt, dass diese Richtlinie keine offizielle Politik ist und als Werkzeug zur Anregung von Gedanken über die verwendete Sprache gedacht ist. Ziel dieser Änderungen ist es, einen Raum zu schaffen, der Menschen ermutigt, die NHS-Dienste in Anspruch zu nehmen und ihnen ein höheres Maß an Komfort zu bieten.
Insgesamt sind sich die beiden Experten einig, dass die Qualität der Dienstleistungen und die Art und Weise, wie mit Patienten umgegangen wird, wichtiger sind und nicht auf Namensänderungen beschränkt werden sollten. Dr. Hooper sagt: ‚Wie wir Patienten behandeln und sie wertschätzen, ist wichtiger als jedes Etikett, das ihnen gegeben wird.‘
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