BAE Systems, als führendes Unternehmen in der Verteidigungsindustrie, entwickelt Unterwasser-Mikrofone zur Stärkung der Sicherheit der Unterseekabel Großbritanniens. Diese Kabel, die der Wirtschaft des Landes 65 Milliarden Pfund einbringen, fungieren als lebenswichtige Adern für die Übertragung von über 90 Prozent des täglichen Internetverkehrs. Angesichts der zunehmenden Bedrohungen durch Russland und andere Länder können diese Mikrofone als Schlüsselwerkzeug zum Schutz dieser Infrastrukturen dienen.
Neue Bedrohungen und die Notwendigkeit des Schutzes
Unterseekabel waren immer Risiken durch Unfälle ausgesetzt, wie zum Beispiel Schiffe, die versehentlich ihren Anker heben, oder Fischer, die im Meeresboden fischen. Doch angesichts der jüngsten Aktivitäten ist klar, dass Russland und andere Länder ein Auge auf diese kritischen Infrastrukturen geworfen haben. Beispielsweise haben NATO-Truppen in der vergangenen Woche einen russischen Unterwasser-Sabotageplan vereitelt, bei dem Schiffe in den polarischen Gewässern sich auf einen Angriff auf die Kabel vorbereiteten.
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Ben Wallace, der britische Verteidigungsminister, warnte im vergangenen Jahr im Parlament, dass Russland Informationen sammelt und die Kabelnetze Großbritanniens kartiert. Sein Teamkollege Neil, Leiter der Unterwasseraufklärung bei BAE Systems, betont, dass "viele Aspekte unseres Lebens über Kabel laufen" und fügt hinzu, dass "die Bedrohungen für diese Infrastrukturen erheblich zugenommen haben."
Entwicklung von akustischen Sensorsystemen
Die Spezialisten von BAE Systems arbeiten an der Technologie verteilter akustischer Sensoren (DAS), die in der Lage sind, selbst die schwächsten Vibrationen in der Nähe der Kabel zu erkennen. Diese Sensoren können an die Kabel angeschlossen werden und drohende Bedrohungen identifizieren. Mit dieser Technologie kann ein Kabel in ein kontinuierliches Array von Mikrofonen verwandelt werden, das in der Lage ist, jede Vibration im Meeresboden zu erkennen, von Umweltveränderungen bis hin zu Schiffbewegungen und sogar maritimen Lebensformen.
Diese Sensoren werden bereits landseitig weit verbreitet eingesetzt, aber BAE Systems möchte diese Technologie für militärische Zwecke weiterentwickeln. Neil erklärt: "Sie können eine Warnung erhalten, dass etwas an diesem Punkt im Kabel den Meeresboden berührt hat" und diese Warnung kann den Streitkräften ausreichend Zeit zur Reaktion geben.
Diese Technologie befindet sich derzeit in der Testphase, und die Daten von einem an das Kabel angeschlossenen DAS-Sensor werden an die KI- und Machine-Learning-Programme von BAE Systems gesendet. Laut Neil ist "das ein staatliches Problem" und fügte hinzu: "Wenn wir diese Technologie der britischen Regierung zur Verfügung stellen können, um ihnen im Umgang mit russischen Bedrohungen zu helfen, möchten wir Teil dieses Prozesses sein."
Datenherausforderungen und die Zukunft der Technologie
Eine der Hauptherausforderungen für die Spezialisten, neben der Gewährleistung der Effizienz der Technologie, ist die Verwaltung des großen Datenvolumens, das erzeugt wird. BAE schätzt, dass eine DAS-Einheit täglich bis zu ein Petabyte an Daten erzeugen kann, was der Übertragung von 57 Jahren kontinuierlichem hochauflösendem Video entspricht. Daher werden Werkzeuge entwickelt, die in der Lage sind, wichtige Signale zu identifizieren und den Operator zu informieren.
Verteidigungsexperten glauben, dass diese Unterwasser-Mikrofone ein Indikator für eine "kleine Revolution" in zukünftigen Unterwasserkämpfen sein könnten. Alessio Patalano, ein Experte für kritische Unterwasserinfrastrukturen an der King's College War Studies-Abteilung, ist der Meinung, dass die Daten aus diesen Sensoren den Militärkommandanten helfen werden, die "extrem verletzlichen" Kabel besser zu schützen.
Er sagt: "Diese Sensoren liefern kontinuierliche und stabile Daten darüber, was um die Kabel herum passiert, was zuvor unmöglich war. Das hilft uns zu verstehen, wie wir handeln und gegen wen wir vorgehen sollten."
Das britische Verteidigungsministerium wurde um einen Kommentar zu diesem Thema gebeten.
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